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So sieht Demokratie bei Xing aus

Themengebiet Allgemein

Was wird nur aus dem Web? Politiker, die thematisch nicht besonders mit Kenntnis gesegnet sind sinnieren über Reglementierungen und Kontrollen, Frau von der Leyen gibt sich bei öffentlichen Auftritten gerne mal die Blöße, dass nun auch die Profiteure der offenen Kommunikationsform im Internet mit fragwürdige Maßnahmen an den Start gehen ist aber mehr als bedenklich. Xing richtet also Diskussionsgruppen für politische Parteien ein, lässt aber mal eben die eine Hälfte komplett außen vor und begründet das damit, radikalen Gruppen keine Plattform biete zu wollen:

“Wir haben die Linie da gezogen, dass Parteien, die im Bundestag in Fraktionsstärke vertreten sind, eingeladen wurden, eine eigene Gruppe zu machen. Radikalen wollen wir kein Forum auf der Plattform bieten.”

Richtig ist, dass wirklich radikalen Gruppierungen sicher nicht noch die Möglichkeit eingeräumt werden muss, schwachsinniges Gedankengut in größerem Umfang verbreiten zu können, aber wo bitteschön sieht man bei Xing “radikale Gruppen”? Liest man die Liste der zugelassenen Parteien und lässt sich die offizielle Abgrenzung nochmal kurz durch den Kopf gehen, kommt man doch ziemlich ins Staunen und dort auch nicht wieder raus. CDU, CSU, SPD, FDP, Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen. Das man die Grünen noch zugelassen hat ist wohl schon als großzügig zu betrachten aber welch Schwachsinn, genau jenen eine Plattform zu bieten deren verbogene Rhetorik schon tagtäglich in sämtlichen Kanälen als Informationsstrom die Hirnwindungen branded.

Mal abgesehen davon, dass man kein Psychologe sein muss um festzustellen, dass eine solche Ausgrenzungstaktik doch wohl eher das Gegenteil von dem hervorruft, was man angeblich damit anstrebt. Das Ganze noch als Diskussionsgruppe zu bezeichnen grenzt schon an Sarkasmus und den Entscheidern bei Xing sei in Erinnerung gerufen, in welchem Medium man hier unterwegs ist. Offenen Meinungen und Diskussionen bergen ein größeres Potenzial, radikalen Gruppen den Wind aus den Segeln zu nehmen, zumal die Abgrenzung unterhalb der Linie von Bundestagsfraktionen doch wohl entweder Faulheit oder reine Willkür gewesen sein muss.

Vielleicht brauchte man bei Xing aber einfach auch eine nette kleine Sommerloch-Kampagne, um den fehlenden Traffic der Sommermonate zu kompensieren. Nicht vergessen sollte man übrigens, dass das Verhalten von Xing gleichzusetzen ist mit dem Begriff der Zensur, wobei Zensur eigentlich auch nicht ganz zutreffend ist da ja nicht mal Informationen vorhanden sein werden, die zensiert werden können.

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